Nach dem Teleskop ist die Kamera die zweitwichtigste, und oft teuerste, Entscheidung auf dem Weg zu eigenen Astrofotos. Dieser Ratgeber klärt die Grundsatzfrage, die sich fast jeder Einsteiger stellt: dedizierte Astrokamera oder die bereits vorhandene Reflex-/Systemkamera? Wer noch ganz am Anfang steht und erst grundsätzlich verstehen möchte, was Astrofotografie überhaupt braucht, findet den Überblick in unserem kompletten Einstiegs-Guide.

Dedizierte Astrokamera oder Reflex/Systemkamera?

Amateurastronomen nutzen für die Astrofotografie im Wesentlichen drei Kameratypen: digitale Kameras auf CMOS-Basis (wie moderne DSLRs und spiegellose Systemkameras), dedizierte CCD-Kameras und spezielle Videokameras. CCD-Sensoren finden sich dabei vor allem in spezialisierten Astro-Webcams, während CMOS-Sensoren die meisten modernen Consumer-Kameras dominieren.

Kriterium Caméra astro dédiée (CCD/CMOS) Reflex/Systemkamera
Sensortyp CCD (Astro-Webcams) oder gekühlter CMOS-Sensor Meist CMOS-Sensor wie in modernen Consumer-Kameras
Einsatz Speziell für Astrofotografie, oft mit aktiver Kühlung gegen Bildrauschen Vielseitig einsetzbar, keine aktive Kühlung
Preisbeispiel 200-500 € (Astro-Webcam) bis ca. 1.522 € (gekühlte Kamera) Keine Angabe in den verfügbaren Quellen zu Astroshop-Preisen
Vielseitigkeit Nur für Astrofotografie nutzbar Auch für normale Fotografie nutzbar, vorhandenes Gerät oft direkt einsetzbar

Die ehrliche Antwort für die meisten Einsteiger: Wer bereits eine Reflex- oder Systemkamera besitzt, sollte damit starten. Der Umstieg auf eine dedizierte Kamera lohnt sich erst, wenn die Grenzen des vorhandenen Geräts spürbar werden, etwa bei sehr lichtschwachen Deep-Sky-Zielen, wo eine aktive Kühlung das Bildrauschen deutlich reduziert.

Was kostet eine Astrokamera wirklich?

Zwei reale, aktuell bei Astroshop beobachtete Preispunkte (Stand 2026-08-12) zeigen die Spannbreite:

Kategorie Typ Preisbeispiel
Einstieg Dedizierte Astro-Webcam 200-500 €
Fortgeschritten Gekühlte Astrokamera (Beispiel: ZWO ASI 2600 MC Pro Color) ca. 1.522 €
Zubehör (immer nötig) T2-Adapterring ab 19,90 € Bester Preis

Eine vollständige, mehrstufige Preistabelle mit mehreren Modellen pro Kategorie liegt in den verfügbaren Quellen nicht vor, nur diese Einzelpreise sind belegt. Wer ein detailliertes Preisbudget plant, sollte die aktuellen Preise direkt bei Astroshop prüfen.

Wie verbindet sich die Kamera mit dem Teleskop?

Die Kamera wird über zwei reale, gebräuchliche Methoden am Teleskop befestigt: entweder über eine Prismenschiene mit Fotogewinde direkt am Tubus, oder über einen speziellen Kamerahalter an der Gegengewichtsstange der Montierung. In beiden Fällen ist ein T2-Adapterring nötig, um das Kamera-Bajonett mit dem Teleskop-Anschluss zu verbinden, bereits ab 19,90 € erhältlich.

Infografik „Wie die Kamera mit dem Teleskop verbunden wird": Sensor (CCD/CMOS) → T2-Adapterring → Prismenschiene am Tubus oder Kamerahalter an der Gegengewichtsstange → Okularauszug/Fokussierer des Teleskops.

Welche Kamera-Einstellungen sind für die Astrofotografie empfehlenswert?

Wer mit einer Reflex- oder Systemkamera startet, sollte einige Standardeinstellungen anpassen: Weißabgleich auf Tageslicht setzen, Autofokus deaktivieren, mit Fernauslöser statt manueller Auslösung arbeiten, im RAW- oder TIFF-Format statt komprimiertem JPEG aufnehmen, bei DSLRs nach Möglichkeit die Spiegelvorauslösung nutzen und die interne Rauschunterdrückung deaktivieren. Für die allererste Aufnahme mit dem Smartphone gelten als Ausgangswerte ISO 1600, Blende f/2.2 und 20 Sekunden Belichtungszeit, notfalls mit einer App für manuelle Kontrolle wie ProCamera (iOS) oder Open Camera (Android).

Wie wird aus vielen Einzelbildern ein fertiges Astrofoto?

Deep-Sky-Aufnahmen entstehen praktisch nie aus einem einzigen Bild: Üblich ist das Zusammensetzen von 5 bis 100 Einzelaufnahmen (Lightframes), ergänzt um Dark-, Bias- und Flatframes, die Sensorrauschen und Vignettierung herausrechnen, das sogenannte Stacking. Diese Technik hilft, Lichtverschmutzung und atmosphärische Unruhe zu überwinden und ein saubereres Endbild zu erzeugen als jede Einzelaufnahme.

Wichtig für unbewegte Kameras (ohne Nachführung): Eine praktische Formel begrenzt die maximale Belichtungszeit gegen sichtbare Sternspuren, t = 420 mm·s ÷ (Brennweite × Formatfaktor). Bei typischen Brennweiten ergeben sich daraus grob rund 2 Minuten, bevor die Erdrotation ein Verwischen der Sterne verursacht. Wer deutlich länger belichten möchte, braucht eine motorisierte Nachführung, mehr dazu in unserem Guide zur Nachführung für Astrofotografie.

Ist ZWO eine verlässliche Marke für die erste dedizierte Astrokamera?

Ja, ZWO ist im Astroshop-Katalog explizit als Marke bestätigt, ebenso wie Baader-Planetarium, Pegasus Astro, iOptron, Tele-Vue Optics und Explore Scientific, alle Teil der 1.163 Artikel umfassenden Kategorie "Astrofotografie" bei Astroshop. Eine detaillierte ZWO-Modellpalette mit Einzelpreisen über alle Einsteiger- und Fortgeschrittenen-Modelle hinweg liegt in dieser Recherche nicht vollständig vor, nur der Preis der ASI 2600 MC Pro Color ist belegt.

Kann ich mit dem Smartphone als Alternative starten?

Ja, für allererste Versuche durchaus, mehr dazu in unserem Guide für Astrofotografie-Einsteiger. Eine Smartphone-Kamera stößt aber schnell an Grenzen, sobald es um Deep-Sky-Objekte mit langer Belichtungszeit oder Planeten mit hoher Vergrößerung geht; hier zeigen die oben beschriebenen dedizierten Lösungen ihre Stärke.

Deine nächste Kamera bei Astroshop

Die Kategorie Astrofotografie bei Astroshop führt über 1.100 Artikel von Marken wie ZWO, Baader-Planetarium und Pegasus Astro.

FAQ

Braucht man eine dedizierte Kamera oder reicht ein Reflex/Systemkamera für die Astrofotografie?

Wer bereits eine Reflex- oder Systemkamera besitzt, sollte damit starten. Der Umstieg auf eine dedizierte Astrokamera lohnt sich vor allem bei sehr lichtschwachen Deep-Sky-Zielen, wo aktive Kühlung das Bildrauschen deutlich reduziert.

Was ist eine gekühlte CCD/CMOS-Kamera und warum wird sie für die Astrofotografie empfohlen?

Aktive Kühlung reduziert das thermische Bildrauschen bei langen Belichtungszeiten deutlich, wichtig für Deep-Sky-Aufnahmen mit vielen Minuten Belichtung.

Welche Kamera-Einstellungen werden für einen ersten Versuch empfohlen?

Weißabgleich auf Tageslicht, Autofokus aus, RAW/TIFF statt JPEG, Fernauslöser, bei DSLRs Spiegelvorauslösung, interne Rauschunterdrückung aus. Für Smartphones: ISO 1600, Blende f/2.2, 20 Sekunden.

Was kostet eine Astrokamera für den Einstieg?

Dedizierte Astro-Webcams kosten zwischen 200 und 500 €. Ein T2-Adapterring zur Verbindung mit dem Teleskop ist bereits ab 19,90 € erhältlich.

Wie wird die Kamera am Teleskop befestigt?

Über eine Prismenschiene mit Fotogewinde am Tubus oder über einen Kamerahalter an der Gegengewichtsstange der Montierung, jeweils mit einem T2-Adapterring.

Ist ZWO eine zuverlässige Marke für eine erste dedizierte Astrokamera?

ZWO ist im Astroshop-Katalog als Marke bestätigt, zusammen mit Baader-Planetarium, Pegasus Astro, iOptron, Tele-Vue Optics und Explore Scientific.

Kann man ein Smartphone als Alternative zur Astrokamera nutzen, um zu starten?

Ja, für allererste Versuche. Bei Deep-Sky-Objekten mit langer Belichtung oder hoher Planetenvergrößerung stößt ein Smartphone aber schnell an Grenzen.

Wie wird aus vielen Einzelbildern ein fertiges Astrofoto?

Über Stacking: 5 bis 100 Einzelaufnahmen werden zusammengesetzt, ergänzt um Dark-, Bias- und Flatframes zur Rauschreduktion.

Quellen

  • [S001] Astroshop.de : Astrofotografie für Einsteiger
  • [S002] Astroshop.de : Kategorie Astrofotografie
  • [S003] Wikipedia (DE) : Astrofotografie
  • [S004] Astroshop.de : Astrofotografie mit Fotoobjektiven
  • [S005] Astroshop.de : Programme d'affiliation (Affiliate)
⭐ Unser Rat

Wer bereits eine Reflex- oder Systemkamera besitzt, sollte damit starten – nicht sofort in eine dedizierte Astrokamera investieren.

Der Umstieg auf eine dedizierte, gekühlte Astrokamera lohnt sich erst, wenn die Grenzen der vorhandenen Kamera spürbar werden – etwa bei sehr lichtschwachen Deep-Sky-Zielen, wo eine aktive Kühlung das Bildrauschen deutlich reduziert.

  • Kein zusätzliches Budget nötig, falls Kamera bereits vorhanden
  • Aktive Kühlung lohnt sich erst bei sehr lichtschwachen Deep-Sky-Zielen